22.05.2026: Torres del Rio - Logroño (20,6 km)
Es war sehr eine unruhige Nacht, in der in unserem Schlafraum sehr viel geschnarcht wurde. Kein Wunder also, dass wir schon früh wach wurden. Für diesen Fall haben Jörg und ich vereinbart, aufzustehen und uns fertig für den Abend am zu machen. Auch andere Pilger hatten eine ähnliche Idee, zumal die Wettervorhersage stetig ansteigende Temperaturen angekündigt hat. Mit einem wunderschönen Sonnenaufgang um 6:45 Uhr verlassen wir die Herberge. Auf schmalen geschotterten Pfaden verlieren wir uns rasch in einer schönen Landschaft, die eine völlig Ruhe ausstrahlt. Nur die Stimmen unserer Schritte und vereinzelt ein paar Vögel durchbrechen die Stille.
Der erste Abschnitt der heutigen Etappe gleicht einer Berg- und Talfahrt. Einige steile und anstrengende Aufwärtspassagen wechseln sich mit Aufmerksamkeit erforderlichen Gefällstücken ab. Dazwischen laufen wir auch immer wieder durch enge Täler mit schönen Ausblicken auf verschiedenfarbige Parzellen mit unterschiedlichem Bewuchs. Die ersten rund elf Kilometer gibt es in diesem Bereich allerdings keine Möglichkeit, sich mit Wasser oder etwas Essbaren zu versorgen. Gegen 9:15 Uhr treffen wir in Viana ein. Direkt am Weg m Zentrum der Stadt laden mehrere Bars zum Hinsetzen ein. Darauf haben wir schon gewartet und finden ein erstes Plätzchen im Schatten der Iglesia Santa Maria, die aber gerade von außen eingerüstet und zudem geschlossen ist.
Wir machen eine ausgiebige, einstündige Pause und es gesellen sich Marion und Uwe zu uns. Ich schaue mir die Ruinen der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Zisterzienserkirche San Pedro an. Es ist zwar nur noch wenig erhalten, aber das rechte Seitenschiff mit alten Malereien ist sehenswert. Es wird Zeit dass wir wieder aufbrechen, denn es wird zunehmend wärmer und wir haben gerade die Hälfte der heutigen Strecke geschafft. Zunächst geht es überwiegend auf asphaltierten Nebenstraßen weiter, danach knirscht es wieder mehr unter den Füßen. Wir verlassen jetzt die Provinz Navarra und betreten die Provinz La Rioja. Links und rechts befinden sich noch mehr Weinfelder als zuletzt und wir freuen uns schon auf einen kräftigen Roten. Kurz hinter der Provinzgrenze legen wir noch einmal eine kurze Trinkpause ein, bevor es letztmalig einem Anstieg zu bewältigen gibt. Dahinter verläuft der Camino nur noch abwärts, vor uns ist bereits Logroño (ca. 150.000 Einwohner) zu sehen. Wir überqueren den Fluss Ebro und erreichen im 12:30 Uhr unsere Pilgerherberge Albas, die aber erst in einer halben Stunde öffnet.
Morgen wird es erneut sehr heiß werden. Unser Plan heißt, sehr früh die Herberge verlassen und heute Abend schon etwas zu Essen und Trinken einkaufen. Auf den ersten vierzehn Kilometern wird es erneut keine Einkaufsmöglichkeit geben. Etwas später nehmen wir in einem kleinen Restaurant unser Abendessen - erstmals nicht in einer Herberge. Der Weg dahin ist zwar kurz, aber durch die aktuell 32 Grad sehr anstrengend. Wir sind froh, wieder in der Unterkunft zu sein und uns mental und körperlich auf die morgige lange Etappe vorzubereiten. Betten in Najera sind zum Glück schon reserviert.
















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