19.05.2026: Uterga - Cirauqui (18 km)
Gut geschlafen und erst um 6:30 Uhr aufgewacht, was will man mehr, nach der Anreise. Unser Gastgeber hat Kaffee und ein paar Küchlein zum Frühstück bereitgestellt, allerdings haben sich einige davon reichlich genommen, für uns bleibt nicht mehr viel übrig. Daniel aus Regensburg erzählt uns bei der morgendlichen Runde, dass er es im Schlafraum (mit 24 Betten) nicht ausgehalten und im Garten seine Hängematte in Stellung gebracht hatte. Selbst darin hatte er Schwierigkeiten, einzuschlafen, denn er war fasziniert von dem klaren Sternenhimmel über sich.
Um 7:45 Uhr verlassen wir die Herberge, nur Daniel und eine weitere Pilgerin sind noch da, alle anderen haben sich früher auf den Weg gemacht. Wir laufen gerade mitten durch der Provinz Navarra und werden heute einen kleinen Umweg zur Iglesia Santa Maria de Eunate machen. Es ist ruhig, Vögel zwitschern, Glocken erklingen in der Ferne. Wir durchlaufen Spargelfelder, die wohl nicht mehr abgeerntet werden und erreichen kurz darauf die achteckige Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Man hatte früher gedacht, dass es sich um eine Kirche der Templer handelt, doch aktuellen Forschungen widerlegten dies. Leider wird die Kirche erst im 10:00 Uhr geöffnet, wir sind eine ganze Stunde zu früh hier. Aber dennoch, der Anblick dieses Bauwerks hat sich gelohnt.
Wir laufen weiter nach Obanos, wo wir in einem kleinen Markt Wasser auftanken. Das nächste Ziel wird Puente la Reyna sein, wie wir auf die berühmte Brücke über den Fluss Arga verläuft. Zunächst treffen wir an einer Kreuzung auf eine Jakobus-Skulptur. An dieser Stelle treffen der aragonesische und der navarresische Jakobsweg (den wir gelaufen sind) zusammen. Danach finden wir erstmals eine geöffnete Kirche vor, die Iglesia del Crucifijo, eine Kirche eines früheren Templerklosters aus dem 13./14. Jahrhundert. Kurz darauf schauen wir uns auch die Iglesia Santiago el Mayor aus dem 12. Jahrhundert an. Sehenswert sind auch die Häuser in der schmalen Calle Mayor, die oftmals mit den Wappen der alten Adels- und Bürgerfamilien versehen sind. Wir machen in der Casa Martija eine Pause mit Kaffee und Teilchen.
Danach wandeln wir über die ehrwürdige mittelalterliche Brücke, die dem Örtchen den Namen gab. Am Ende müssen wir ein wenig verharren, denn einer größeren Schafherde gewähren wir Vorrang. Der weitere Verlauf des Caminos führt uns über befestigte Schotterwege. Die Sonne brennt von hinten ordentlich und plötzlich stehen wir an einem
Schild, das uns einen circa 1 km langen Anstieg von bis zu 21% Steigung anzeigt. Hilft alles nichts, da müssen wir jetzt hoch, und es wird sehr schweißtreibend. Oben angekommen durchlaufen wir Mañeru, dahinter wir mit einem Postkartenmotiv unser Tagesziel Cirauqui sichtbar. Unsere Unterkunft Albergue Maralotx erreichen wir nach einem weiteren Anstieg im Ort selbst gehen 13:10 Uhr. Die Herberge liegt direkt gegenüber der Iglesia San Román (die allerdings nur Mittwochs und Sonntags geöffnet ist).
Wir werden schon vor der Öffnungszeit als erste freundlich empfangen und melden uns direkt für das Abendessen an. Außerdem haben wir Glück und können uns Betten in einem Zimmer mit fünf Schlafmöglichkeiten aussuchen. Unterwegs haben wir nur sehr wenige Pilger getroffen, die Herberge ist allerdings mit ihren 30 Plätzen vollständig ausgebucht. Zum Abendessen versammeln sich alle in einem stimmungsvollen Gewölbe. Jeder Platz ist bereits mit einem Salat versehen und als Hauptgang wird ein Kichererbseneintopf mit frischen Pilzen serviert - sowas von lecker! Bei uns am Tisch sitzen zwei Australierinnen und ein französisches Ehepaar, es sind aber auch Briten und Amerikaner anwesend und vor allem weitere Französisch sprechende Pilger.
















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